Samstag, 13. Juli 2013

Naturpark Stechlin, Teil 2

Von Moor zu Moor am Roofensee.


Auf der Hinfahrt war mir  ein Milan fast in die Scheibe geflogen. An der Schwanzform erkannte ich eben noch, dass es sich um einen Rotmilan handelt, dann war auch er schon verschwunden.
Etwas später bin ich an einen Feld mit Kranichen vorbei gekommen, konnte dort aber nicht anhalten. Ich war also schon voller Vorfreude und erwartete jede Menge Vögel vor die Kamera zu bekommen.
Eine Wanderkarte hatte ich mir schon zu Hause ausgedruckt. Die Strecke, die in weiten Teilen den offiziellen Wanderweg  „Von Moor zu Moor“ folgt (mit einer Extraschleife) war etwa 15 km lang und führte um den Roofensee herum.
Wer das Ruhrgebiet kennt, weiß es ja, kaum ist eine Pfütze größer als 5 qm, sitzt auch eine Ente drin.
Hier schaute ich vom Steg des Campingplatzes auf den See und konnte keinen einzigen Wasservogel entdecken.
Zu hören war außer Singvögeln und Insekten auch nichts. 

Also rein ins Vergnügen und dem Seeweg gefolgt.



Im Naturpark lebt u.a. die Rohrdommel. Dieser 70-80 cm große Vogel aus der Familie der Reiher lebt gewöhnlich verborgen im Röhricht. Rohrdommeln sind sehr scheu und nur mit viel Glück und Geduld zu sehen. Der Ruf der Rohrdommel klingt ein wenig wie eine Kreuzung aus Nebelhorn und öbszönen Anruf. Einfach mal auf den Link von Vogelstimmen.de klicken und lauschen.

Ruf der Rohrdommel

Und am Roofensee? Viel Rohr, keine Dommel! Es war weder eine zu sehen, noch zu hören. Ich hatte aber ehrlich gesagt auch keine erwartet.
Dafür gab es Rohrsänger. Nicht zu sehen, aber zu hören.







Ein Stück weiter erreichte ich dann die Schleusenwiese, eine Feuchtwiese, die durch Verlandung einer Bucht des Roofensees entstanden ist.
Hier wachsen mehr als 50 verschiedene Pflanzenarten und es sind zahlreiche Insekten unterwegs. Leider wehte ein ziemlich kräftiger Wind, der Makroaufnahmen verhinderte.  

Ich versuchte mein Glück deshalb mit Schnappschüssen





Ich gehe weiter und so langsam wird es dann sumpfig.

Oh schaurig ists übers Moor zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heiderauche,
Sich wie Phantome die Dünste drehn
Und die Ranke häkelt am Strauche,
Unter jedem Tritte ein Quellchen springt,
Wenn aus der Spalte es zischt und singt,
O schaurig ists übers Moor zu gehn,
Wenn das Röhricht knistert im Hauche!
(Der Knabe im Moor, Annette von Droste-Hülshoff)

Tagsüber hält sich der Schauer in Grenzen. Die Sumpflandschaft ist einfach nur beeindruckend und wird irgendwann vielleicht mal ein Moor werden


 


Das Moor erreichte ich dann auch kurze Zeit später. 

Auf dem dritten Bild ist ein Trichter zu sehen, den eine nach dem zweiten Weltkrieg „entsorgte“ Granate verursacht hat. Der Trichter füllte sich mit Wasser und wurde ein Teich.
Auf dem Grund lagerten sich Sedimente ab. Auf der Oberfläche bildete sich eine schwingende Decke aus Torfmoosen. In etwa 50 Jahren wird der Trichter vollständig mit Torf gefüllt sein.








Weiter ging es zum Großen Barschsee, einen Moorwald mit Kolk. Dieses Moor wächst nicht mehr, sondern trägt schon einen Wald aus Kiefern und Birken.
Der Kolk ist ein kleiner Restsee, der von einer unbetretbaren Schwingdecke aus Moosen umgeben ist.
Ich vermute mal, dass der Barsch auch schon ausgewandert ist.









Etwas mehr als die Hälfte der Stecke hatte ich hier hinter mir. Der Rückweg führte ein Stück an der Straße und der Südseite des Roofensees entlang. 







Kurz vor Erreichen des Zeltplatzes komme ich noch am „Grubitzwisch“ vorbei. Es handelt sich dabei um den Entwicklungstyp eines Verlandungsmoores. Ursprünglich war es ein Moor, das nach Verlandung einer Bucht des Roofensees entstanden ist. Es wurde entwässert und als Wiese genutzt.
Da die Wiese nun nicht mehr gebraucht wird, wurde der Graben geschlossen und die Wiese entwickelt sich zum Moor zurück.




Danach erreichte ich dann müde und zufrieden "Camp Detlef" und machte mich über meine Vorräte her.
Auf der ganzen Wanderung habe ich übrigens keinen einzigen Wasservogel gesehen.
Morgen geht es dann mit dem nächsten Teil weiter.



Freitag, 12. Juli 2013

Naturpark Stechlin, Teil 1


Alles begann bei Arte. Ich oute mich hiermit und gebe zu, dass ich dort häufig Dokus  schaue. In diesem Fall eine Sendung  über den Stechlinsee aus der Reihe „Wildes Deutschland“.
Blaue Seen, Wälder, Seeadler, Fischadler, Marderhunde, Fischotter, Biber, Sumpfschildkröten…
Genug Gründe dort hinzufahren. Die Notiz „Stechlinsee“ landete deshalb im Ordner „Traumziele“ auf meinem Rechner  und wurde dort erst mal wie üblich vergessen.
Nachdem jetzt mein geplanter Urlaub an der See kurz vorher aus persönlichen Gründen wie eine Seifenblase platzte (das wird langsam ein Dauerzustand) und ich drei Tage nicht ansprechbar war, fiel mir ein, dass ich mein altes Zelt mal wieder auspacken und ein oder zwei Nächte draußen verbringen  könnte.
Der Probeaufbau vor dem Haus, von dem ich im Eifer des Gefechtes vergessen habe Bilder zu machen, verlief reibungslos. Alles war noch komplett vorhanden und unbeschädigt und auch ein großer Teil, der lange nicht mehr benutzten Campingausrüstung  war noch vorhanden.
Bei der Zielsuche tauchte dann auch wieder der Stechlinsee auf.
Nach ausgiebiger Internetrecherche konnte ich auch meine Aktivitäten dort vorplanen.
Wandern, schnorcheln, angeln und Kanu fahren und natürlich fotografieren
Der Ausrüstungscheck war dann wieder ernüchternd.  Fischen fällt aus, weil mein Fischereischein abgelaufen war und meine Angelausrüstung nach den letzten Ausflügen an den Rhein eine dringende  Erneuerung braucht.
Schnorcheln fällt aus, weil Brille und Schnorchel  sich nach dem Kellerumzug in einer Kiste befinden.  Ich weiß nur nicht in welcher.
Bleibt wandern  und Boot fahren.  Eigene Boote sind am Stechlinsee nicht erlaubt, können aber dort gemietet werden.
Für die Fotos brauchte ich noch ein neues Tele.  Leider erreichte ich das Fachgeschäft meines Vertrauens erst nach Ladenschluss.  Deshalb musste nun das 200er reichen.
Kurzfristige Planung hat halt ihre Tücken.
Der Start war dann am Mittwochmorgen. Gegen 13:00 Uhr traf ich dann am ausgewählten Campingplatz ein. Nicht direkt am Stechlinsee, sondern am benachbarten Roofensee.
Eben noch schnell das Zelt aufgebaut, die Ausrüstung reingeworfen, Kamera geschnappt und los ging es.
Auf dem Bild ist  „Camp Detlef“ direkt nach dem Aufbau zu sehen.
Wer jetzt erwartet, dass in der Folge noch jede Menge Bilder von Seeadlern, Fischadlern, Marderhunden, Fischottern, Bibern und Sumpfschildkröten kommen, den muss ich leider enttäuschen.
Aber dazu schreibe ich dann Morgen noch etwas im zweiten Teil.




Sonntag, 7. Juli 2013

Jemen-Chamäleon

Noch ein Bewohner des Wuppertalers Zoos.

Dienstag, 2. Juli 2013

Zoobesucher


Da gehe ich  in den Zoo, was höchstens drei bis vier mal im Jahr vorkommt und was fotografiere ich? Menschenaffen hinter Glas finde ich eben nicht so spannend und deshalb sind im Hintergrund jetzt auch keine Bonobos zu sehen sondern nur der Kollege hier, der auf der Scheibe rumkrabbelte.
Ich hoffe er hat den Weg in die Freiheit gefunden und endete nicht als Schimpansenfrühstück.
Ich zeige ihn einfach mal, den vermutlich am seltensten fotografierten Bewohner des Wuppertaler Zoos,