Vom Parkplatz aus ging ich die Stechlinseestraße hinunter und kam direkt beim Bootsverleih heraus. Der Stechlinsee gilt als der sauberste See Europas. Das Wasser des Sees ist kristallklar und man kann metertief hineinschauen. Leider war es ein wenig windig und die Wellen verhinderten tiefere Einblicke.
Vom Bootsverleih aus wanderte ich rechts am See entlang und
kam bald an der Fischerei vorbei. Mit dem zweiten Kaffee dort wurde erst einmal
nichts, weil das Restaurant dort erst um 11:00 Uhr öffnet.
Also wanderte ich weiter und kümmerte mich erst einmal um
die Tierwelt. Auf dem See konnte ich dann weit entfernt einen Höckerschwan
sehen. Und kurz darauf einen Haubentaucher. Und im Schilf stritten sich zwei
Blesshühner. Es gibt also doch Wasservögel dort, auch wenn sie nicht vor die
Kamera wollten.
Beinahe wäre ich bei der Wanderung auf jemanden drauf
getreten, der fast genauso schnell unterwegs war wie ich, einen Schwarzen
Schnegel, erkennbar am Rallystreifen auf dem Heck. Dieser Schwarze Schnegel
hier machte seinen Namen nicht alle Ehre, sondern hatte eher die Farbe des
Waldbodens. Auf Fotos hatte er auch keine Lust und drehte sich weg.
Ein
wenig später stoße ich auf einen abgestorbenen Baum, der reichlich angefressen
aussah. Ich habe wirklich keine Ahnung, wer es sich da schmecken ließ.
Am Wegesrand finde ich noch Eierschalen eines Sinvogels, jede Menge aufgepickte Schneckenhäuser, Gewölle eines Greifvogels und eine einzelne Feder.
Die Vögel selber ließen sich nicht sehen und ich knipste stattdessen Pilze.
Für eine Umrundung war mir der See zu groß. Ich kehrte um und einige Zeit später in die mittlerweile geöffnete Fischerei ein.
Dort steht in einen Unterstand die Metallfigur eines ganz
besonderen Wasservogels. Ein roter Hahn.
Der Sage nach steigt ein roter Hahn aus den Tiefen des
Stechlinsees herauf, wenn der Fischer an einer ihm nicht genehmen Stelle
fischt. Der Rote Hahn ist das Wahrzeichen des Stechlin.
"Rot und zornig, und
schlägt mit den Flügeln bis er schäumt und wogt, und greift das Boot an und
kreischt und kräht, daß es die ganze Menzer Forst durchhallt von Dagow bis
Roofen und bis Alt-Globsow hin."
(Der Stechlin, Theodor
Fontane)
Da ich ja, wie in Teil 1 erwähnt keine Angel dabei hatte,
gab es für mich weder Fisch noch Hühnerfrikassee, sondern nur eine Bockwurst.
Dann verließ ich den Stechlinsee und wanderte zum nahen Dagowsee.
Die Seen waren früher mit einen Kanal verbunden, der heute verschlossen ist.
Von den anderen beiden Seen, die besucht habe, unterscheidet
sich der Dagowsee schon mal durch die Wasservögel. die sich natürlich auf der nicht zugänglichen Seeseite befanden.
Ich konnte dort Graugänse und Lachmöwen sehen, die ordentlich Lärm
machten.
Bei der Pirsch am Ufer entdeckte ich zahlreiche Schnecken,
darunter auch sehr große Weinbergschnecken.
Beim
Rückweg sah ich an einem Baum kleine rote Punkte, die sich als Feuerwanzenkolonie
entpuppten. Die Rückenzeichnung der erwachsenen Tiere erinnert mich an eine afrikanische
Maske. Bei den anderen handelt es sich um Nymphen in verschiedenen
Entwicklungsstadien. Feuerwanzen leben gesellig, wobei die Gruppe durch
Pheromone zusammengehalten wird. Droht Gefahr, können sie ein Pheromon als
Alarmsignal absondern. Zur Verteidigung verfügen sie über Stinkdrüsen.
Danach ging es zurück zum Zeltplatz. Am Abend habe ich noch
mal mein Glück am Roofensee versucht, ein wenig gewandert und am Ufer gesessen.
Hier konnte ich dann noch einen Zaunkönig und drei Haubentaucher sehen.
Die Nacht war wieder kurz und diesmal richtig kalt. Mit dem
ersten Vogelkonzert bin ich deshalb aufgestanden und habe abgebaut.
Beim Frühstück habe ich noch überlegt zur Ostsee zu fahren,
habe mich dann aber dafür entschieden langsam über Landstraßen nach Hause zu
fahren und dabei nach Kranichen und Störchen Ausschau zu halten. War aber ebenfalls erfolglos.
Insgesamt fand ich die Tour trotzdem klasse und bin froh,
dass ich gefahren bin. Die Adler erwische ich dann eben beim nächsten Mal.
Zum Schluss mein einziges Vogelbild. Ein Hausrotschwanz der
auf der Kugel saß hat geduldig gewartet, bis ich fokussiert hatte. Und als ich
abdrücke….
Vielen Dank für Euer Interesse!
Detlef